Ernährungsfilter
Gibt
es nun doch endlich eine gesunde Ernährungsweise, welche die Menschen in
ihren Essgewohnheiten kaum einschränkt, absolut keine Nebenwirkungen hat, bei
der man sein Idealgewicht erreichen und vor allem auch behalten kann?
Ich
denke schon!
Bei
jeder der so genannten Ernährungsrichtlinien – von denen es mittlerweile
unüberschaubar
viele gibt – mangelt es häufig an der von vielen Menschen so angestrebten
Ganzheitlichkeit.
Die
Menge dieser unterschiedlichen Richtlinien ist ein deutlicher Beweis dafür,
dass alle Konzepte anscheinend nicht den gewünschten Erfolg bringen, den sie
versprechen.
Werden
bei der einen oder anderen Methode jeweils besondere Schwerpunkte gebildet,
muss es automatisch zu einer Unausgewogenheit
der
Versorgung im Gesamtorganismus kommen, welche der Körper dann irgendwie zu kompensieren
hat.
Als
ein deutliches Beispiel für die besagte Unausgewogenheit möchte ich nur kurz
die extrem kohlenhydratreduzierte Kost erwähnen. Mit einem Überangebot von Fett
und Eiweiß und einem Minimum an Kohlenhydraten in der Ernährung geht der Körper
zwar an seine durch Kohlenhydrate gebildeten Fettdepots heran und baut sie mit der
Zeit ab, jedoch passiert dies zu Lasten des Gesamtgefüges. Wir alle wissen, was
ein Übermaß an tierischen Fetten und Eiweißen nicht nur im Dickdarm für Schaden
anrichten
kann.
Dieser drastischen Nebenwirkung mit Vitamin- und Mineralpräparaten
entgegenzuwirken, kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein!
Was ist der Ernährungsfilter?
Besinnen
wir uns also auf eine harmonische und im Einklang mit unserem
gesamten Organismus stehende Ernährungsweise. Ich
habe diese Ernährungsweise schlicht „Ernährungsfilter“
genannt, da verschiedene sehr günstige, aber jeweils für sich
allein nicht ausreichende Richtlinien nacheinander
beachtet werden sollten. Die gesamte Nahrung wird gewissermaßen bei der Suche
nach den optimalen Lebensmitteln von oben nach unten „durchgefiltert“. Dieser
Ernährungsfilter ist denkbar einfach zu benutzen.
1. Blutgruppendiät
Man
fängt an und filtert möglichst alles heraus, was gemäß der Blutgruppen-Diät für
den eigenen Stoffwechsel ungünstig ist. Bei dieser Diät werden lediglich die
vier Hauptblutgruppen A, B, AB und 0 unterschieden. Jede
Blutgruppenzugehörigkeit beinhaltet für den Menschen ein breites Spektrum
verträglicher,
neutraler und unverträglicher Nahrung.
Die
Nahrungsgruppen sind unterteilt in Fleisch und Geflügel, Fisch und Meeresfrüchte,
Milchprodukte und Eier, Öle und Fett, Nüsse und Samen, Bohnen und andere Hülsenfrüchte,
Getreideflocken und -zubereitungen, Brot und Gebäck, Getreide und Teigwaren,
Gemüse, Obst, Säfte und Flüssigkeiten, Kräuter,
Gewürze und Verdickungsmittel, Würzmittel und Eingemachtes, Kräutertees und
schließlich diverse Getränke.
Die
wenigen Nahrungsmittel, die zu vermeiden sind, sollte man sich merken und
möglichst oft meiden.
Meinen
Patienten erkläre ich stets, dass gerade bei dem Thema Ernährung bitte nichts
krampfhaft erfolgen sollte. Nur erlebe ich es immer wieder, dass Patienten sich
gerade auf ein Nahrungsmittel ausgerichtet hatten, von dem sie annahmen, dass
es ihrem Körper besonders gut tat – und doch genau
das
Gegenteil bewirkte. Ich denke da besonders an das tägliche Glas Wasser mit
einem Schuss Apfelessig.
Die
erste somit absolvierte „Filterstufe“ bringt Sie schon einmal ein großes Stück
näher zum Ziel einer für Sie persönlich adäquaten Nahrung.
2. Trennkost
Als
nächstes wäre an die Einhaltung der schon bekannten Trennkost zu denken. Sie
besagt, dass innerhalb einer Mahlzeit eiweißreiche und kohlenhydratreiche Lebensmittel
nicht miteinander gemischt werden dürfen, da sie sich beim Verdauungsvorgang gegenseitig
blockieren und somit später den Organismus belasten. Ursache dafür ist die unterschiedliche
Form der jeweiligen Vorverdauung von Eiweißen und Kohlenhydraten.
Eiweiße
benötigen für die Vorverdauung saure und Kohlenhydrate basische
Verdauungssäfte. Wie Sie sicherlich noch aus dem Chemieunterricht wissen,
neutralisieren sich beide Flüssigkeiten, wenn sie zusammengefügt werden. Die
Folge ist, dass keine ausreichende chemische Reaktion und somit auch keine optimale
Verdauung stattfinden kann.
Die
Verdauung wird häufig schon bei einem ersten Blickkontakt zu einem gefüllten
Teller eingeleitet. Das Wasser, welches einem im Munde zusammenläuft, und der
Magen mit seinen spezifischen Geräuschen machen deutlich, dass sich schon vor
dem ersten Bissen etwas tut.
Die
entsprechenden Enzyme und die nötige Menge Magensaft werden gebildet, um die
Speisen zu empfangen und vorzuverdauen.
Wenn
es sich um eine Eiweißnahrung handelt, wird der im Magen aufbereitete
Eiweißbrei im anschließenden Zwölffingerdarm entsäuert.
Die
darauf folgende basische bzw. alkalische Eiweißverdauung kann nun ungestört
vonstatten gehen und die Nährstoffe über den Dünndarm in den Organismus
resorbiert werden.
Der
Speichel im Mund dagegen dient im Zuge der Eiweißnahrung lediglich der
Verflüssigung und als Gleitmittel für den Speisebrei.
Werden
primär Kohlehydrate zugeführt, kommt im Gegensatz zur Eiweißnahrung dem
Speichel die Aufgabe der Vorverdauung zu. Das hierfür gebildete Speichelenzym Ptyalin
wird im Mund dann besonders wirksam, wenn die Speise ausreichend lang gekaut
wird. Für diesen nun durch das Ptyalin gut vorverdauten Kohlehydratbrei ist der
Magen lediglich eine Durchgangsstation mit
geringer Bedeutung.
Im
Zwölffingerdarm findet mit den passenden Verdauungssäften schließlich die
ungestörte Weiterverdauung statt, bis schließlich die Nährstoffe auch im
Dünndarm resorbiert werden.
Das
Problem der so genannten Mischkost beginnt schon im Mund, da unklar ist, welche
Qualitäten der Speichel aktuell aufzuweisen hat – soll er nun primär eine
Gleitfunktion für einen Eiweißspeisebrei oder die Funktion der Vorverdauung für
eine Kohlenhydratkost bieten? Dadurch, dass sich nun beide Nahrungsgruppen gegenseitig
behindern und die Vorverdauung im Mund nicht ungestört funktioniert, gelangen
ungenügend vorverdaute Kohlenhydratanteile gemeinsam mit den Eiweißen in den
Magen. Durch diesen Mischbrei bedingt, gelingt es dem Verdauungssystem des Magens
nicht, die Eiweiße als Zielgruppe „fachgerecht“ zu spalten und vorzubereiten
für die Dünndarmverdauung, da die hierfür benötigten Säfte durch den
Kohlehydratanteil „verdünnt“ werden. Die Aufbereitung der Eiweiße dauert daher länger.
Gleichzeitig
verweilen die Kohlehydrate, für die der Magen ja lediglich eine
Durchgangsstation darstellt, dort nun wesentlich länger. So kommt es schnell zu
einer ungewollten Gärung, währenddessen die Eiweiße zur Fäulnis neigen.
Wenn
nun der saure Mischbrei den Magen verlassen hat, muss ihn der Zwölffingerdarm
neutralisieren. Die im Mund unzulänglich begonnene Kohlehydratverdauung und die
verzögerte Eiweißverdauung im Magen stellen verständlicherweise besondere Anforderungen
an das Verdauungssystem.
Die
Enzyme für die Eiweiß- und Kohlehydratverdauung behindern sich gegenseitig im Dünndarm
bei einer solchen Vermischung der Nahrungsbestandteile, so dass es auch hier zu
einer längeren Verweildauer kommt.
Außerdem
werden die einzelnen Nahrungsbestandteile eventuell nur unvollständig abgebaut
und resorbiert.
Es
kommt zu vermehrter Fäulnis und Gärung besonders im Dickdarm mit entsprechender
Resorption von daraus resultierenden Giftstoffen über die Darmwand. Das
belastet den Organismus zusätzlich.
Ein
interessanter Beweis für diese Thematik ist die Verdauungsproblematik
von
Hülsenfrüchten.
Hier
findet man oft Eiweiße und Kohlenhydrate gleichzeitig vor.
Bei
der Trennkost unterscheidet man, wie bereits ausgeführt, zwischen Eiweißen und
Kohlehydraten. Es gibt jedoch noch eine dritte Nahrungsmittelgruppe. Das sind
die Lebensmittel, die als „neutral“ bezeichnet
werden.
Die
so genannten „neutralen“ Nahrungsmittel können jeweils kombiniert werden
entweder mit den Lebensmitteln, die eine Eiweißverdauung, oder mit denen, die
eine Kohlehydratverdauung erfordern.
„Neutral“
sind im Wesentlichen: Milchprodukte, Käse mit über 60% Fettanteil, tierische
und pflanzliche Fette, Gemüse, rohes Fleisch, roher Fisch, Kaffee und Tee.
Halten
wir fest: Sie haben nun zuerst eine Auswahl aller Lebensmittel getroffen, die
Ihrem Körper gut tun oder zumindest keinen Schaden zufügen und diese dann auch
noch richtig zueinander kombiniert.
Das
ist schon wesentlich mehr, als das, was viele Menschen, die sich bewusst
ernähren, erreichen.
Aber
es gibt noch ein paar Grundsätze, die beachtet werden sollten, strebt man das
Optimum einer gesunden Ernährung an.
3. Harmonisierung
Am
Anfang sprach ich kurz von der Ganzheitlichkeit.
Sie kann mit der Beachtung der jeweiligen Jahreszeit und der Region, in der man
sich mittel- bis langfristig aufhält, berücksichtigt werden.
Grundsätzlich
sollte der Jahreszeit und der Region entsprechend die Nahrung (Obst und Gemüse)
ausgesucht werden. Alles andere steht nicht mit dem persönlichen Schwingungsfeld
in Einklang und kostet wertvolle Kraft.
Durch
unsere Technik gibt es kaum noch unüberwindbare Distanzen.
So
können Erdbeeren, Spargel und andere Frühlings- und Sommernahrungsmittel auch im Winter gekauft werden;
sie werden dann entsprechend aus fernen Ländern importiert.
Daneben
gibt es die Südfrüchte, die trotz aufwändiger Technik in unseren Breitengraden
absolut nicht richtig wachsen wollen.
Wir
überschätzen häufig die Anpassungsfähigkeit unserer Körper.
Zwar
werden Papayas, Mangos und Apfelsinen meistens problemlos vertragen. Wir wissen
jedoch nicht, was unser Energiesystem dazu sagt. Kommt es mit dem unpassenden „Treibstoff“
grundsätzlich gut klar, oder antwortet es mittelbar mit einer erhöhten
Allergiebereitschaft, Tagesmüdigkeit und allgemeiner Immunschwäche?
Auch
wenn es unserer meist übersteigerten Erwartungshaltung entspricht,
unter
fast unzähligen Lebensmitteln genau das herausfinden zu müssen, was wir nun im Augenblick
ganz exakt brauchen und möchten, sollten wir unsere
heimische
Natur betrachten und die dortigen saisonalen Angebote wahrnehmen. Unser Leben
und unsere Gesundheit werden dann vermutlich
eine
stabilere und harmonische Struktur erhalten.
4. Grundsätzliche weiterführende Betrachtung
Weitere
beachtenswerte Grundsätze möchte ich Ihnen noch gerne vorstellen. Wie
vermutlich mittlerweile jeder schon einmal gehört hat, sollten industriell
aufbereitete Nahrungsmittel nur selten genossen werden, da sie meistens, wenn überhaupt,
lediglich künstlich zugesetzte Vitalstoffe in ausreichender
Menge
enthalten. Der verbale Unterschied zwischen Nahrungsmittel und Lebensmittel
wird bei dieser Betrachtung besonders deutlich.
Ferner
sind helles Fleisch und Fisch dem dunklen Fleisch vorzuziehen, und bei
Getreideprodukten sollte stets dem Dinkel der Vorzug gegeben werden.
Was
das Fleisch anbelangt, so ist dem Biofleisch natürlich der Vorrang
einzuräumen.
Dennoch kommt es unweigerlich zu einer Bilanzierung der Ersparnis beim Kauf
zwischen hochwertigen Produkten und von Billigfleisch. Es ist wohl nicht immer so
einfach, wie einleuchtend?
Hildegard
von Bingen schrieb übrigens nieder, dass Dinkelgetreide das Fleisch „kernig
macht“. Mit „kernig“ ist die Widerstandsfähigkeit gegen Stoffwechselstörungen
und Krankheiten gemeint.
Zur
oft gepriesenen Rohkost muss gesagt werden, dass sie eine unnötige
Überforderung
des Verdauungssystems darstellen kann. Das kostet wiederum auf Umwegen unsere Kraft.
Die rohe Pflanze enthält Reizstoffe, die sie vor so genannten Fressfeinden
schützen soll. Wird die Rohkost nicht richtig vertragen, bilden sich durch die
Gärung im Darm jede Menge Biogase und Fuselalkohole.
Diese
gelangen teilweise in den Blutkreislauf und belasten den gesamten Organismus,
insbesondere natürlich die Leber in ihrer Entgiftungsfunktion. Gerade „trockene
Alkoholiker“ sollten auf rohes Gemüse verzichten, da durch
die
Alkoholbildung im Darm die so befürchteten Rückfälle vorprogrammiert
sind.
Auch Hildegard von Bingen erkannte die Problematik vor allem von rohem Gemüse.
Reife Früchte machen da meistens eine Ausnahme.
Zusammenfassung
Sie
haben nun einen Überblick erhalten, der die verschiedenen Ernährungsrichtlinien „in Reihe geschaltet“ zum
Inhalt hat. Idealerweise beginnt man mit der Auswahl der Lebensmittel, die nach
der Blutgruppe zu einem passen.
Umständlicher
wäre es, ein Trennkostessen zusammenzustellen und dann nachzuschauen, ob alle Komponenten
zu der jeweiligen Blutgruppe passen.
Häufig
wird mein sog. „Ernährungsfilter“ von Menschen beachtet, die an Übergewicht
leiden. Wird diese Methode möglichst diszipliniert eingehalten, tut sich
einiges. Die Anwender verlieren nicht nur überschüssige Pfunde, sondern
bekommen auch ein sehr positives Körpergefühl.
Natürlich
spielen gerade bei dem Problem des Übergewichts noch andere Faktoren eine
Rolle. So ist in diesem Zusammenhang die Frage sinnvoll, ob ich mich mit dem Körperfett
vor der Außenwelt schützen möchte, vielleicht versuche ich, mein ausgeprägtes
und so leicht verletzbares Ego, eine übersteigerte Eigenliebe etc. mit einer
„Fettmauer“ abzuschirmen.
Auch
wäre es interessant herauszufinden, welchen Eindruck andere Menschen von einem
haben sollen.
Möchte
man „von mächtiger Gestalt“ sein, weil man befürchtet, sonst nicht ernst genommen oder übersehen zu werden?
Das
sind natürlich nur ganz vorsichtige Fragemöglichkeiten, ohne übergewichtige Menschen in irgendeine Schublade
stecken zu dürfen und
zu
wollen, denn so etwas wäre unreif und taktlos.
Naturheilpraxis
Dr.
Burkhard Voges
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Bremen
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